Ein schöner Abschluss!

Samstag, 30. Oktober; 11:00

 

Aaaaachja!

So lässt es sich doch gleich wieder viiieeeel besser aushalten! *.*

 

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Entspannt Blog schreiben auf der eigenen Terrasse, ehe es nachher an den Strand geht. Um zu arbeiten. Am Teint. Ohja!

Jetzt habe ich viiieeeel mehr „Luxus“, als ich eigentlich BRAUCHE, aber einen schönen und entspannenden Abschluss am weißen Strand und dem türkisblauen Pazifik sind die 20 € pro Nacht auf jeden Fall wert!

 


Ich bin in das Hostel Buenavista Lobitos eingecheckt und konnte schon nach wenigen Minuten mein 4-Bett-Zimmer beziehen, obwohl ich bereits kurz nach 10 Uhr auf der Matte stand. Darüber hinaus wurde ich überaus herzlich empfangen. Vom offenen Gemeinschaftsbereich im ersten Stock, wo auch das Frühstück serviert wird, hat man einen Blick auf das nur schätzungsweise 150 m Luftlinie entfernte Meer.

Weiterhin habe ich mein eigenes Bad – mit Spülung (!) – und Dusche, meine eigene kleine Terrasse mit einem Foutonliegestuhl (keine Ahnung, wie man das wirklich nennt) und einer Hängematte!! ❤

Außerdem bietet die Unterkunft unbegrenztes Wifi und warmes Wasser an; beides war im Casona de Lobitos nicht der Fall.

(Dass warmes Wasser nur zwischen 8:00 und 19:00 Uhr verfügbar ist, habe ich dann gemerkt, als ich um 19:30 Uhr duschen wollte… -.-).

Aber hinfort mit dem Frust! Ich freue mich nun auf meine letzten 48 Stunden Sonne, Strand und Meer, in denen ich mir noch einen beneidenswert karamellisierten Teint erarbeiten möchte! 🙂

 

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P.S. Und einen Fitnessraum gibt es sogar auuuuuch!!! ❤

 

P.P.S. Wollt ihr sehen, wie das andere Bad und Zimmer aussahen? Wenn ja, poste ich die Fotos nachträglich. Ich bin mir allerdings noch nicht sicher, ob ich euch das zumuten möchte! 😀

Lasst mir dazu einen Kommentar da! –>

 

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Ein bisschen Heimweh…

Samstag, 20. Oktober; 09:27

 

Soeben habe ich festgestellt, dass auch andere Personen das Bad in unserem Zimmer nutzen. Keine Ahnung, wer die sind, aber ich erinnere mich, dass es ja hieß, einer der Gemeinschaftsschlafsäle verfüge nicht über ein eigenes Bad. Anscheinend kommen die Gäste von dort dann einfach in die anderen Zimmer, die über ein Bad verfügen. Für den Preis von 30 Soles pro Nacht habe ich tatsächlich schon DEUTLICH bessere Hostels gehabt – teilweise mit mehr Ausstattung und auch merklich sauberer.

Und irgendjemand spielt sehr schlecht Gitarre vor dem Fenster auf dem Balkon. Und singt dazu – nicht viel besser. ^^

In diesem Moment bin ich froh, dass es nur noch vier Tage verbleiben, bis ich in der Premiumklasse von Condor über dem Atlantik der Heimat entgegen dösen kann.

 

Und ich ärgere mich ein bisschen, dass ich nicht einfach noch zwei Tage länger in diesem kleinen Paradies in Máncora geblieben bin!

Lobitos ist noch so viel ruhiger, als Máncora. Hier gibt es wirklich nur ein paar Suf Spots. Das Örtchen hat nicht einmal einen Geldautomaten. Dementsprechend ist der Strand auch absolut verlassen (gut, es ist immer noch außerhalb der Saison…).

 

Ich versuche jetzt noch, eine halbe Stunde etwa herum zu kriegen, ehe ich dann zum Buenavistas Lobitos übersiedele. Ich bin zuversichtlich, dass sich mein Frust dann schnell wieder auflöst, wenn ich ein schönes Zimmer – mit eigenem Bad und KLOSPÜLUNG – beziehen kann und mich dann dem Genuss des Strandes und der Sonne vollends hingeben kann!

Vom Paradies zum … naja.

Talara; Freitag, 19. Oktober; 18:59

 

Ein bisschen ist der letzte Post schon wieder her…

 

Ich muss gestehen, ich hatte nicht so richtig die Muße, am Strand meinen Laptop zu zücken und zu tippen. Abgesehen davon mag ein Laptop ja in der Regel auch den Sand nicht so gerne; von daher war es wohl die bessere Entscheidung.

 


Die vergangenen drei Tage in Máncora habe ich in vollen Zügen genossen! Das Hostel Máncora Apartments hat sich als ein kleines, direkt am Strand gelegenes Paradies entpuppt, in dem ich die letzte Nacht sogar gänzlich alleine verbracht habe!

Und das für umgerechnet 9 € pro Nacht.

 

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Da es hier an der Nordküste so viele schöne Strände gibt, habe ich beschlossen, in meinen letzten Perutagen noch etwas anderes zu sehen. So fuhr ich heute also gegen Mittag los nach Talara – mit dem Bus für 7,50 Soles (ca. 1,60 €). Von dort aus nahm ich ein Collectivo für 4 Soles nach Lobitos – ein kleines Örtchen 16km nördlich von Talara. Insgesamt also eine sehr günstige Reise!

 

Allerdings habe ich bei meiner Ankunft dann eine kleine Enttäuschung einstecken müssen:

Das Hostel Casona de Lobitos wurde mir von einer Bekanntschaft aus Lima empfohlen, die in den höchsten Tönen davon geschwärmt hat. Umso ernüchternder, dass sich das Bad im 6-er Zimmer als kleiner Horror für mich entpuppt! 😦

Die Klobrille ist zu klein für die Schüssel (ich weiß nicht, wie man sich da genau hinhocken soll…). Und es gibt keine Klospülung. Man muss mit einem Wassereimer aus einer Regentonne Wasser auf die Hinterlassenschaften kippen. Und das funktioniert so gut, wie es sich schon anhört: Ziemlich mäßig! :‘(

Auch dem Geruchssinn bleibt das natürlich nicht verborgen.

 

Aus dem Handwaschbecken kommt zwar Wasser, mir wurde allerdings geraten, nur solches aus dem danebenstehenden Kanister zu verwenden. Warum auch immer. Ich will es lieber gar nicht wissen!!

 

Nachdem ich nun schon viele Nächte in der Wüste, im Dschungel oder auch in kleinen und größeren Städten in den Bergen verbracht habe, ist dies das erste Mal, dass der Standard SOOO niedrig liegt. Die Klosache ist wirklich eklig für mich. Den anderen Gästen (so viele sind es auch gar nicht) scheint es wohl nichts auszumachen – die niederländische Voluntärin an der Rezeption zeigte aber immerhin reichlich Verständnis für meinen Standpunkt. Obwohl ich zwei Nächte reserviert habe, hoffe ich, die zweite morgen früh erfolgreich stornieren zu können.

Ich ziehe dann ein Hotel für meine letzten zwei Nächte am Meer. Das kostet zwar deutlich mehr, aber ich möchte wirklich die letzte Zeit hier oben am Strand noch in vollen Zügen genießen können. Und wenn eine Klospülung dazu gehört, nehme ich eben die Mehrkosten auf mich!

 

Also drückt mir die Daumen, dass es klappt! – Ich werde es euch wissen lassen! 😊

Der Regenwald

Freitag, 12. Oktober; 20:38

 

Wow, einfach nur wow.

 

Ich sitze hier auf einem der drei Betten in meinem – schätzungsweise – 20m² großen Zimmer, in einem Stelzenhaus mit einem Dach aus den Blättern eines bestimmten Dschungelbaumes. Das Zimmer, bzw. das Häuschen mit einer Kapazität bis zu 5 Personen und eigenem Bad habe ich ganz für mich alleine! – Naja fast. Ich habe einen kleinen Gecko als Mitbewohner, der allerdings zu schüchtern und viel zu flink für ein Wohngemeinschaftsfoto ist… Mit Laura ist das einfacher! 😀 ❤

 


Die Geräusche in diesem Moment sind einfach nur unwirklich in meinen Ohren. Tausende Grillen und Zikaden zirpen (ja, so als hätte jemand ein Tonband mit Naturklängen als Entspannungsmusik hingestellt), zwischendurch hört man eine Art Krächzen oder Schnattern von irgendwelchen, für mich undefinierbaren Vögeln – zumindest vermute ich, dass es Vögel sind…

Das Zimmer ist quasi offen, aber glücklicherweise durch Mosquitonetze von der „wahren Natur“ getrennt. Dennoch gibt das bestimmt mehr als drei Meter hohe Spitzdach ein außerordentliches Raumgefühl…

Die Temperatur ist ganz angenehm! Ich habe keine Ahnung, wieviel Grad es sind, denn hier gibt es ja eine Internet-Detox-Diät… Ich schätze, es sind noch um die 26 °C. An die Luftfeuchtigkeit habe ich mich schon ganz gut gewöhnt; vor allem seit ich auf der Dschungelwanderung heute Nachmittag meine Regenjacke anhatte, an deren Innenseite ich später beim Ausziehen gefühlte 3 Liter Wasser festgestellt habe.

Momentan höre ich zusätzlich noch den Generator, welcher von 18.00 bis 22.00 Uhr für Strom und Licht sorgt. Danach wird er ausgeschaltet, sodass es dunkel ist, bis am morgen die Sonne wieder aufgeht.

Ein bisschen gruselig ist es auch. An den Mosquitonetzwänden der Haupthütte, in welcher die Mahlzeiten serviert werden, und welche über die meiste Beleuchtung verfügt, klebten Tausende – ach was, Trilliarden !!! – Insekten der unterschiedlichsten Arten; und vor allem Größen! Ich habe noch nie so riesige Zikaden und fette Käfer gesehen (außer mal im Aquarium oder Zoo, aber das ist wirklich kein Vergleich zu hier in der freien Wildbahn). Dazu etliche Falter, Motten, Heuschrecken, Wespen und – naja, auch Mosquitos.

 

Bisher bin ich, wie ich denke, ganz gut mit den Mücken weggekommen. Helle und lange Kleidung, sowie Mückenspray sind eine gute Kombination!

 


An diesem heutigen Abend bin ich sehr zufrieden mit meiner Ankunft sowie der Unterbringung und den ersten Erlebnissen hier im Dschungel des Amazonas. (Ich bin echt im Amazonas-Regenwald – das kann ich immer noch nicht glauben!)


 

Dabei fing der Tag erstmal holprig an…

 

Zunächst bin ich im vorigen Hostel gefühlt nur von kiffenden Franzosen umgeben, die irgendwann morgens vom Feiern zurückkommen und dann das Klo, dessen Spülung nur mäßig funktioniert, vollgekotzt haben.

Erstaunlicherweise stehe ich mittlerweile über solchen Dingen – ich bin wohl echt ein wenig abgehärtet!

Sowieso bin ich über eine Stunde vor meinem Wecker wach, sodass ich noch auf der Terrasse in Ruhe frühstücken und ein wenig lesen kann. Dann geht es mit dem Mototaxi los zur Agentur.

Ich bin zu früh dran, schlage noch 20 Minuten mit Spazieren an der Amazonas-Promenade herum, um dann noch einmal 15 Minuten zu warten.

Endlich geht es los!

Nein, doch nicht. – Wir werden zunächst in ein zweites Büro verfrachtet, wo wir von einem mäßig motivierten Guide noch einmal erzählt bekommen, was wir in den kommenden ein, zwei oder drei Tagen zu sehen bekommen würden. Außerdem lispelt er – ich weiß, er kann da nichts für, aber irgendwie regt es mich in diesem Moment auf…

Dann geht es los! – Erst einmal aber nur mit dem Bus zum Hafen Bellavistas, damit wir dort trockenen Fußes das Boot besteigen konnten. Das sei wohl zu dieser Jahreszeit schwierig, da der Amazonas momentan relativ wenig Wasser führe, und dadurch von vielen Stegen nicht erreicht werde…

So, endlich dann im Boot! Eine knappe Stunde fahren wir flussaufwärts, ehe wir noch zwanzig Minuten zwischen Bananenbäumen und über Holzplanken durch Sumpfgebiet stapfen.

 

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Dann sind wir endlich da! Es sieht wirklich aus, wie auf den Fotos!? Wow! Und der Pool ist auch da – wie angegeben! Ringsherum um diese mit Rasen bewachsene, grüne Oase nichts als dichter Regenwald, Papageienschreie und Grillenzirpen.

 

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Leider stellt sich heraus, dass mein „Einzelzimmer“ noch nicht beziehbar ist, weil die vorigen Gäste noch nicht einmal ausgecheckt sind. Auch mein großer Rucksack, der von ein paar jungen Herrschaften zusammen mit Nahrung und weiterem Gepäck der anderen Gäste nachgebracht werden soll, lässt auf sich warten (2,5 Stunden -.-).

Nach dem Mittagessen kann ich dann endlich mein Zimmer beziehen. Und als ich dann den vielen Platz im Zimmer mit meinen Sachen bestreue, den Klängen des Dschungels lausche, während ich mich als einzige Person im Pool und in der Hängematte aale, und mich im Anschluss für die nachmittägliche Regenwaldwanderung umziehe, ist mein Ärger schon wie weggeblasen.

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Mein Zimmer – ganz für mich allein! Eine tolle Abwechslung nach dem vollen Hostel zuvor! 🙂

 

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Noch im Pool erfrischen, ehe es zur Regenwaldwanderung geht!

 

Auf der Wanderung zeigt uns unser Guide – welcher mir glücklicherweise im Laufe der Stunden immer sympathischer geworden ist – verschiedene Bäume, welche für die einheimischen Völker als Apotheke dienen, weil ihnen die unterschiedlichsten Heilungseigenschaften nachgesagt werden.

Wir rasten im Garten eines völlig normal-westlich gekleideten Schamanen (brujos = Hexer), mit welchem wir frisches Zuckerrohr (cana) pressen und den Saft verkosten. Außerdem stellt er uns seine Essenzen aus Rinden, Wurzeln und Anakondagift, sowie heilsame Liköre aus Zuckerrohr und Kräutern vor. Letztlich kann alles gekauft werden; natürlich. Mich persönlich spricht keines der Produkte in ausreichendem Maße an. Dennoch war es unterhaltsam und interessant!

 

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Da wir schon beim Loslaufen in zeitliche Verzögerung gekommen sind, kommen wir in die Dämmerung und stehen schon 15 Minuten später im absolut finsteren Dschungel. Ja, der Sonnenuntergang hat es hier wirklich eilig! Mit Handys und Taschenlampen tasten wir uns die schlammigen und rutschigen Wege entlang zurück; stets Ausschau haltend nach Schlangen, da diese bereits in der Dämmerung aktiv werden. Vor dem einheimischen Jaguar brauchen wir uns beruhigenderweise nicht zu fürchten, denn dieser geht erst zu deutlich fortgeschrittenerer Stunde auf die Pirsch.

 

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Schließlich kommen zehn Touristen (übrigens alles Peruaner – ich bin die einzige „Weiße“) und ein Guide wohlbehalten im Hüttchencamp an.

 

Nach dem Duschen gibt es auch schon Abendessen: Verschiedene Salate, Kartoffeln, Chifle (gebackene/frittierte, orange Bananen) und frische Melone gibt es. Vom Essen her bin ich bisher positiv überrascht. Es gibt, was hier im Überfluss wächst; also hauptsächlich alle Formen von Kartoffeln und Bananen, aber auch dünne Streifen von Palmenherzen, rote Beete und Karotten, sowie Fisch/Fleisch nach Bedarf – auf Bananenblättern serviert.

 

 


Morgen gehen wir unter anderem auf die Suche nach den rosa Flussdelfinen, den Bufeos. Ich bin schon gespannt, was der morgige Tag noch so bereit hält für uns…!

Ankunft in Iquitos

Iquitos – mitten im Regenwald – Mittwoch, 10. Oktober; 20:56

 

Da bin ich nun – Im Regenwald!

 

Ich muss gestehen, ich hatte gar keine wirkliche Vorstellung davon, was mich hier in Iquitos erwartet. Nachdem ich vor einiger Zeit einen Roman gelesen hatte, der in Iquitos spielte, hatte ich mir die Stadt entsprechend den Beschreibungen (die sich wohlbemerkt auf die Mitte des letzten Jahrhunderts bezogen), sehr urtümlich, mystisch und geradezu etwa verlassen vorgestellt. In meinen Vorstellungen stand Iquitos überwiegend auf Stelzen im Wasser – direkt am/im Amazonas – und verfügte nicht einmal über befestigte Straßen, sondern nur über matschige Sandwege.

Gut, ich hatte mich immerhin per Google versichert, dass es so etwas wie Taxis (oder Mototaxis / Töftöfs) gibt, die mich die 11 Kilometer zum Hostel fahren könnten… Aaaaaber:

Ganz so urtümlich, wie in meinen Vorstellungen, ist es dann aber doch nicht hier!

 


Gut, der Flughafen ist so winzig, dass unser A320 die einzige Passagiermaschine war. Ein, zwei Wasserflugzeuge, sowie ein Polizeihubschrauber oder ähnliches standen noch auf der Piste. Da hat es sich natürlich auch nicht gelohnt, eine Rampe zum Aussteigen anzulegen, oder einen Bus heran zu fahren. Nein, wir sind einfach eine Treppe herunter und übers Rollfeld marschiert. War ja sonst nichts los!?!

Auch gibt es hier nur ein Gepäckband – ohne Anzeige – denn es kommt anscheinend niemals vor, dass mehrere Maschinen zur gleichen Zeit (oder sogar am gleichen Tag?) landen.

 


Einen Taxifahrer habe ich dann auch gefunden, der mich während der Fahrt gleich umfangreich zum Thema Touren in den Regenwald beraten hat.

Wie sich heraus stellte, arbeitete er – natürlich – für eine der Agenturen. Ich ließ mich dazu überreden, mir das Angebot für eine mehrtägige Tour anzusehen, denn ich hatte von Personen in Lima schon gehört, dass eintägige Ausflüge hier nicht allzu üblich sind.

Das Angebot wat tatsächlich sehr viel günstiger, als ich zunächst erwartet hätte, sodass ich es dann doch gleich gebucht habe.

 

Von Freitag bis Sonntag werde ich also im Regenwald mit gemieteten Gummistiefeln umher watscheln.

Flussdelfine, Alligatoren, Piranhas, Affen, Papageien, Vogelspinnen, riesige Heuschrecken, Kakerlaken (die erste war schon in unserem Zimmer *aaahhhh!!!*) und ein Tanz mit einem einheimischen Volk stehen dabei auf der Liste.

Außerdem Verpflegung, Wasser, Unterkunft in einer Lodge mit Pool und ein Guide, der weiß, wann man im Dschungel wegrennen muss und uns Survival-Unterricht geben wird, stehen ebenfalls auf dem Programm dieser drei Tage.

Ich bin auf jeden Fall schon gespannt!

 

Achso, Internet haben die wilden Tiere im Dschungel nicht. Deshalb wir auch nicht. Ihr werdet also dann frühestens am Sonntag wieder einen Bericht lesen!

Laguna Cejar

Piura, Montag, 15. Oktober; 20:55

 

Sooo meine Lieben! Endlich kann ich euch mal wieder ein paar Updates geben! Zurück aus dem Dschungel in Iquitos – in Piura angekommen – habe ich endlich mal wieder super Internet! Also hier kommen die Beiträge, die bisher warten mussten! 🙂

 


 

Dienstag, 09. Oktober; 13:13

 

Am Flughafen in Santiago sitzend und auf mein Boarding nach Lima wartend nutze ich die Zeit, um noch ein weiteres wunderbares Erlebnis aus der Atacamawüste Revue passieren zu lassen.

Unser letzter Ausflug am Sonntag führte uns erneut in die schier ewige Salzwüste, etwa 20 km von San Pedro entfernt. Im Speziellen ging es zum Naturschutzgebiet Laguna Cejar, wo sich noch einige weitere Salzseen befinden. In einem hiervon kann man sogar baden!

Doch von Anfang…

 


An diesem Tag bin ich überraschenderweise die erste, die gleich um Punkt 8 Uhr in der Früh abgeholt wird. Dieses Mal ist es ein anderer Guide, leider nicht Felipe…

Nachdem noch die liebe chilenische Familie mit den zwei Töchtern und ein weiterer Santiager (sagt man das so?) dazu kommt, müssen wir allerdings erst einen unerwarteten Zwischenstopp einlegen, da einer der Reifen keine Luft mehr hat. Der Wechsel geht jedoch zügig und der neue Guide ist sichtlich bemüht, uns keine große Verzögerung zuzumuten. Etwa zwanzig Minuten verlieren wir, was sich jedoch insgesamt als unproblematisch erweist.

 

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Alle weiteren Passagiere eingesammelt und looos geht’s durch die holprige Wüstenpampa. Die Fahrt dauert nicht lange. Als wir ankommen, hat schon jemand von der Touragentur das Frühstück unter einer Art Pavillon auf dem Gelände des Schutzgebietes Laguna Cejar vorbereitet. Ein paar Brötchen und Kaffees sowie einige Anekdoten des redefreudigen Guides später, ziehen wir dann los zur Laguna Piedra. Dies ist die einzige Lagune, in der das Baden hier erlaubt ist, da die anderen unter Schutz stehen (unter anderem für Flamingos) und abgesehen davon Treibsand außen herumhaben! Wir werden noch darauf hingewiesen, keine Sonnencremes vor dem Baden aufzutragen, um eine Verunreinigung des Wassers und damit Gefährdung des Ökosystems zu vermeiden.

 

 

Es ist noch nahezu menschenleer. An den Nachmittagen soll es hier wie an den Stränden der Copa Cabana aussehen; aber wir haben das Glück, schon früh am Tag in den Genuss zu kommen und die gesamte Schönheit dieser Oase für uns zu haben. Wir beanspruchen hierzu eine der kleinen Schilfhütten, um unsere Rucksäcke abzulegen.

 

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Und dann geht es ins kühle Nass!

Ja, kühl ist es mit 15 °C wirklich. Auch die Luft ist jetzt am Vormittag noch nicht allzu sehr erwärmt, obwohl die Sonne natürlich kräftig scheint, sodass es dennoch Überwindung kostet, sich komplett ins türkisblaue Wasser zu begeben. An den Rändern flach und schlammig-salzig bietet sich mitten in der Lagune der Anblick dreier kreisrunder Löcher unter Wasser, welche angeblich bis zu 15 Meter tief in den Boden hinab reichen. Ein seltsames Gefühl ist es, über diesen Rand, in Richtung des „Abgrundes“ zu schreiten. Doch einmal überwunden, kommt man in das magische Gefühl des Schwebens!

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Das Wasser ist derart salzig, dass es unmöglich ist, hier unter zu gehen. Für mich ist das eine erstmalige Erfahrung, in einem derart gesättigten Salzwasser zu schwimmen – oder eher gesagt, mich einfach treiben zu lassen. Denn Schwimmen ist eigentlich kaum möglich, da die Beine ja eh immer nach oben treiben.

Es ist wunderbar! Das Panorama ringsherum, die warme Sonne von oben und das belebende, kühle Nass in den schönsten Blautönen um uns herum…

 

Wenn ich etwas Wasser in meine Hände nehme, kann ich zahlreiche kleine, fast durchsichtig-rosane Salinenkrebschen entdecken! Sie haben zwei einzige schwarze Punkte am Kopf – ihre super kleinen Äuglein! 😍

Diese im Salzwasser lebenden Krebse sind neben Phytoplankton der Grund für eine doch so große Artenvielfalt in der Wüste, welche vor allem die zahlreichen Vögel einschließt. Viele dieser Vögel (beispielsweise die „gaviota andina“ – die Andenmöve, sowie die einheimische „tagua andina“ – eine Art Blesshuhn) existieren nur unter den extremen Bedingungen der Andenlandschaften…

 

 

Ich glaube etwa zwei Stunden verbringen wir insgesamt noch mit Fotosmachen, Plaudern und Lachen. Zum Schluss bemerkt eine der Frauen aus Santiago beim Gruppenfoto, dass wir die „Familie der Touren“ während unserer Zeit in San Pedro waren…

 

Ja, so kann man es wahrlich nennen…

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Wenn ich jetzt daran denke, schmerzt es mich etwas, dass diese schönen Erlebnisse schon so schnell vorbei sind…

Aber mitunter diese Flüchtigkeit ist es ja eben, welche diese Momente so wertvoll macht.

In einem sich scheinbar ewig wiederholenden, immer gleichen Alltag haben wir doch allzu oft das Gefühl, die Zeit vergeht gar nicht – oder dass wir uns selbst in der Illusion lassen, wir hätten EWIG Zeit.

 

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Diese schönen, und allzu schnell vergangenen goldenen Momente während dieses Abschnittes meiner Reise erwecken in mir wieder mehr das Bewusstsein unserer Endlichkeit; und damit unserer unfassbar wertvollen Zeit, von der wir nie wissen, wieviel uns noch bleibt auf unserer wunderschönen Erde. Auf dieser Erde, deren Gesichter wir nicht zählen können. Deren Reichtum an Leben in allen seinen Formen und Farben wir mit nichts in der Welt aufwiegen könnten…

 

Dieses Bewusstsein erzeugt Ehrfurcht und tiefe Dankbarkeit in mir.

Allem voran bin ich so dankbar, diesen Schritt ins Ungewisse gewagt, und diese Reise angetreten zu haben.

Ich sende euch Liebe vom anderen Ende der Erde!

Namaste.