Ein nachträgliches, abschließendes Fazit

Dienstag, 03.Dezember 2018; 18:14

Mittlerweile bin ich schon mehr als einen Monat zurück in Deutschland. Ein gewisser Alltag hat sich bereits ebenfalls wieder eingeschlichen. Und wenn ich so zurückdenke, bin ich meinem Blog wohl noch ein wenigstens kurzes Fazit schuldig.

Es geht mir bei diesem Fazit weniger um die Bewertung der Reiseroute und einzelnen Erlebnisse, sondern mehr um ein Fazit zur Gesamtheit der Erfahrungen, welche ich im Zuge dessen machen durfte. Und wie sich diese Erlebnisse in meinem Erfahrungsschatz verorten…

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Nach Peru gereist bin ich ursprünglich als eine Art Maßnahme zur Selbstfindung. Irgendwie hatte ich den Gedanken im Hinterkopf, es würde mir ein bewegender, ganz außergewöhnlicher Moment, oder ein Erlebnis widerfahren, welches mir eine ganzheitliche Erleuchtung über mich selbst und meinen persönlichen Sinn des Lebens gibt. Wie zu erwarten (ja, ich merke esauch, wenn ich mir diese Zeilen selbst durchlese), kam es nicht dazu.

Nichts desto trotz habe ich im Rückblick einige kleine oder auch größere Lektionen über das Leben und seinen Sinn gelernt, welche im Gesamtbild dann eben doch eine Art „Erleuchtung“ oder nennen wir es erleuchtende Erfahrung ergeben.

Die eine große Lehre, die ich aus dieser Reise ziehe, ist VERTRAUEN.

Es gibt einen gewissen Fluss im Leben, der dafür sorgt, dass dieses lebendige Universum niemals in Stillstand verfällt. Alles was lebt – definitiv ALLES – befindet sich in ständiger Veränderung. Wir werden geboren, wir werden erwachsen, wir werden alt und wir sterben. Jedem Tier ergeht es so und auch jeder Pflanze. Was nicht mehr wächst und sich weiterentwickelt, befindet sich auf dem Weg des Verfalls und stirbt.

Das Leben befindet sich immer im Fluss und bietet uns im Zuge dessen ständig neue Perspektiven und Möglichkeiten.

Wenn wir uns dem Fluss des Lebens öffnen, und ihm Vertrauen schenken, schenken wir letztlich auch uns selbst das Vertrauen, die Chancen und Möglichkeiten, die sich im Leben vor uns auftun, zu erkennen und wahrzunehmen.

Genau das habe ich erlebt: Manche Aspekte meiner Reise habe ich bei weitem nicht bis ins Detail geplant. Ich wusste nicht,wie genau ich von A nach B komme; ich wusste nur, dass ich bei B ganz sicher ankommen würde. Dennoch war ich innerlich ruhig, machte mir keine Sorgen – und wenn doch einmal Zweifel aufkamen, schob ich sie einfach beiseite – und hatte ein Gefühl, dass ich ganz sicher an mein Ziel gelangen würde. Was passierte, beeindruckte mich selbst in der Situation: Fremde Menschen sprachen mich an, fragten mich nach meinem Ziel und boten mir an, mich ein Stück zu begleiten, um mir den richtigen Weg zu zeigen. Einfach so. Ich habe nicht einmal darum gebeten…

Manch einer mag sagen, das könnten auch Zufälle gewesen sein.

Könnten es tatsächlich. 😉

Das bedeutet dann für mich jedoch nur, dass wir auch dem Zufall vertrauen können…

Hier zurück in Deutschland fällt mir das bedingunglose Vertrauen allerdings alles andere, als leicht. Wie gewohnt sind wir, Dinge im Voraus planen zu wollen. Am besten Jahre vorher schon wissen, wie es in der Zukunft weitergeht. Dabei bleibt jedoch alles das unberücksichtigt, was uns unvorhergesehener- und überraschenderweise über den Weg läuft…

Womöglich nehmen wir manche Chancen und Möglichkeiten nicht einmal wahr, weil wir innerlich fixiert sind auf EIN Ziel und den EINEN Weg dorthin. Was sich links und rechts abspielt – welche anderen und womöglich sogar noch schöneren Wege es an den Seiten außerhalb unserer Scheuklappen gibt– das sehen wir in solch einem Fall nicht.

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Die zweite Lektion hat im Grunde ebenfalls mit Vertrauen zutun. Der INTUITION vertrauen; auf das Bauchgefühl hören; dem inneren Kompass lauschen.

Manchmal können wir gar nicht genau beschreiben, wieso wir bei einer Sache ein außerordentlich gutes, oder aber verdammt schlechtes Gefühl haben. Und hinterher stellt sich dann raus: „Hätte ich mal auf das Bauchgefühl gehört!“.
Oder es stellt sich Erleichterung ein, weil wir genau das gemacht haben.

Es ist natürlich keineswegs damit gemeint, den Kopf gänzlich auszuschalten. Doch manchmal können es gut verkleidete irrationale Ängste sein, Vorurteile oder fehlerhafte Schlussfolgerungen, die uns von etwas abhalten wollen. Wir begründen und argumentieren das dann ganz wunderbar als „Logik“.

Doch was sich vermeintlich als „Logik“ verkauft und als rationales Argument tarnt, ist manchmal einfach unglaublich gefährlich für uns.

Falsche Glaubenssätze, die wir nie hinterfragt haben, machen wahrscheinlich die Mehrzahl dieser gefährlich „falschen Logik“ aus.

Das gefährliche an der Pseudologik ist, dass sie uns weit entfernt von unseren Träumen und Wünschen. Still und kaum hörbar bringt sie uns dazu, unsere Visionen los zu lassen, weil sie ja nicht „logisch“ und „vernünftig“ genung sind.

Ich finde daher, keinesfalls sollten wir ihnen zu viel Raum eingestehen, wenn das Bauchgefühl und der innere Kompassetwas etwas völlig Gegenteiliges schreien!


Auch die Entscheidung dazu, die Reise tatsächlich anzutreten, ist ein Beispiel dafür:

Ich hatte keine Ahnung, wie es danach weiter gehen würde. Einiges an Geld, was dafür draufgeht. Gefährlich ist Südamerika jasowieso… und dann noch als Frau?! Alleine?!

Genug Argumente gegen die Reise ließen sich ganz „logischerweise“ finden.

Aber mein Gefühl sagte mir, dass es absolut notwendig für mich war, diese Reise anzutreten. Ich konnte noch nicht einmal sagen, welche Argumente „rational“ ganz konkret DAFÜR gesprochen hätten. Außer, dass es ein innerer, sehnlicher Wunsch ist.

Was soll ich sagen?! – Ich bereue absolut nicht, auf diese innere Stimme gehört zu haben. Ich würde wieder exakt genauso entscheiden.

Und ich habe mir fest vorgenommen, das Vertrauen an meinen inneren Kompass weiter auszubauen und ihn mir nicht nehmen zu lassen durch die Glaubenssätze von Menschen, die nicht in meiner Haut stecken.


Loslassen und im Hier und Jetzt leben… eine große Lektion des Reisens…



FAZIT

Ich bin grundsätzlich tief davon überzeugt, dass wir instinktiv viel mehr und besser wissen, was wir in unserem Leben an Erfahrungen gerade brauchen. Viel mehr, als wir uns zuzutrauen vermögen. Unsere Stimme im Kopf – unser rationales Denken – ist nur häufig viiiieeeel zu laut, als dass wir das zarte innere Stimmchen der Intuition wahrnehmen könnten. Fleißig haben wir uns antrainiert, alles mit rationalen Argumenten und Schlussfolgerungen zu untermauen (damit es auch gesellschaftlich schön plausibel und nachvollziehbar erscheint) und dabei verlernt, auf unsere Intuition und damit auf unsere essenzielle Verbindung mit allem Lebendigen zu vertrauen.

Doch auch Vertrauen kann gelernt werden. Selbst enttäuschtes Vertrauen kann zurückgewonnen werden…

Ich wünsche mir selbst und euch allen, die ihr diesen Beitrag gelesen habt, genau das von Herzen: Neues Vertrauen und damit bald einen vertrauenvollen Start in das neue Jahr!

Eure Elina

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Mein Fazit zum Norden Perus

zurück in Lima – Mittwoch, 24. Oktober; 07:43

 

Nach wunderbaren achteinhalb Stunden Schlaf kann ich nun endlich wieder kopfschmerzfreie Gedanken fassen. Ich möchte euch noch ein kleines Fazit zu meinen Tagen im Norden Perus dalassen!

 

 

Zunächst zu Máncora:

  • Máncora, sowie einige Strände ringsherum (Los Órganos, Punta Sal etc.) ist einer der bekanntesten Strände im Norden Perus
  • Es gibt zahlreiche Restaurants, Bars, Hostels und auch jede Menge Nachtleben – wenn man das möchte
  • Los Órganos ist nicht weit entfernt, von wo man jetzt im Frühling Buckelwale, Delfine und auch die Schildkröten (letztere sind das ganze Jahr dort) sichten kann
  • Außerhalb der Saison, also im hiesigen Winter und Frühling, ist es ziemlich leer, sodass man wunderbare, entspannte Spaziergänge an den schönen Stränden machen kann
  • Mein persönliches Highlight war das Hostel Máncora Apartments, welches sich als kleines Paradies – fast für mich allein – entpuppt hat!

 

Fazit:

In Máncora gibt es alles, was es für ein paar entspannende Tage am Strand benötigt. Einkaufsmöglichkeiten, Geschäfte zum Bummeln, Restaurants zum Essen am Abend. Die Preise sind nicht ganz so günstig, wie in Iquitos, aber nicht so hoch, wie in den großen Touristenstädten.

Ich würde noch einmal wieder kommen!

 

 


Nun zu Lobitos:

  • Lobitos ist ein kleines Surfer-Örtchen, welches sich von Talara in einer halben Stunde Autofahrt (Collectivo 4 S.) erreichen lässt
  • Der Name Lobitos kommt von lobo marino (Seebär), welcher hier natürlicherweise vorkomt
  • Bekannt ist Lobitos vor allem für die makellosen Strände und gute Surfpunkte
  • Die Idylle hat einen Preis: Es gibt gerade einmal einen kleinen Minimarkt zum Einkaufen – keinen Supermarkt – und der hat eben gerade da, was er da hat
  • In vielen Hostels ist die Wasserversorgung schlecht, sodass bei niedrigen Preisen damit gerechnet werden muss, dass es kein fließendes Wasser, ergo keine Toilettenspülung gibt
  • Warme Duschen sind ein Highlight
  • Wohl gefühlt habe ich mich im Buenavista Lobitos (kleiner Tipp: Ab nächstem Jahr gibt es hier sogar noch einen Pool 😉 )

 

Fazit:

Wer bereit ist, ein wenig mehr Geld auszugeben, der kommt allerdings auf seine Kosten: Meer vor der Tür, einsame, weite Strände, chillige Sufervibes. Für die Suche nach Ruhe, Zeit für sich und Weitblick über dem Meer genau das Richtige. Wer allerdings mehr Abwechslung braucht, ist in Máncora besser aufgehoben!

 

Ich denke, meine Wahl fiele das nächste Mal eher auf das besser erreichbare Máncora, obwohl auch Lobitos schöne Erinnerungen hinterlassen hat!

 

Letzte Minuten unter der Sonne

Montag, 22. Oktober; 9:32

Achja, wie schön es doch ist, sich so richtig mit Sonne aufzufüllen!

Das werde ich sicher vermissen. Ebenso den Blick aufs türkisblaue Meer von meinem Frühstückstisch aus, die positive Energie der Surfer, die die Natur hier ebenso lieben wie schätzen…

Heute Nachmittag um 16:30 Uhr wird mein Bus voraussichtlich Talara verlassen und die 18-stündige Fahrt nach Lima antreten.

Ich habe mir einen „Bett-Sessel“ reserviert, es gibt Verpflegung und Internet inklusive. Wenn das tatsächlich so ist, sollte es eine recht entspannte und angenehme Reise werden. Ich bin auf jeden Fall gespannt!

Am Dienstag dann gegen Vormittag kommen wir dann aller Voraussicht nach im Zentrum Limas an.

Dann bleiben mir noch zwei Tage für letzte Souvenir- und Verpflegungsbesorgungen und zum Besuch des Hipocampo in Chorrillos, sowie dem Abschied von Claudia und Alvaro…

Doch ein paar Stunden genieße ich vorerst noch meinen Platz hier an der Sonne! 😉

Ein schöner Abschluss!

Samstag, 30. Oktober; 11:00

 

Aaaaachja!

So lässt es sich doch gleich wieder viiieeeel besser aushalten! *.*

 

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Entspannt Blog schreiben auf der eigenen Terrasse, ehe es nachher an den Strand geht. Um zu arbeiten. Am Teint. Ohja!

Jetzt habe ich viiieeeel mehr „Luxus“, als ich eigentlich BRAUCHE, aber einen schönen und entspannenden Abschluss am weißen Strand und dem türkisblauen Pazifik sind die 20 € pro Nacht auf jeden Fall wert!

 


Ich bin in das Hostel Buenavista Lobitos eingecheckt und konnte schon nach wenigen Minuten mein 4-Bett-Zimmer beziehen, obwohl ich bereits kurz nach 10 Uhr auf der Matte stand. Darüber hinaus wurde ich überaus herzlich empfangen. Vom offenen Gemeinschaftsbereich im ersten Stock, wo auch das Frühstück serviert wird, hat man einen Blick auf das nur schätzungsweise 150 m Luftlinie entfernte Meer.

Weiterhin habe ich mein eigenes Bad – mit Spülung (!) – und Dusche, meine eigene kleine Terrasse mit einem Foutonliegestuhl (keine Ahnung, wie man das wirklich nennt) und einer Hängematte!! ❤

Außerdem bietet die Unterkunft unbegrenztes Wifi und warmes Wasser an; beides war im Casona de Lobitos nicht der Fall.

(Dass warmes Wasser nur zwischen 8:00 und 19:00 Uhr verfügbar ist, habe ich dann gemerkt, als ich um 19:30 Uhr duschen wollte… -.-).

Aber hinfort mit dem Frust! Ich freue mich nun auf meine letzten 48 Stunden Sonne, Strand und Meer, in denen ich mir noch einen beneidenswert karamellisierten Teint erarbeiten möchte! 🙂

 

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P.S. Und einen Fitnessraum gibt es sogar auuuuuch!!! ❤

 

P.P.S. Wollt ihr sehen, wie das andere Bad und Zimmer aussahen? Wenn ja, poste ich die Fotos nachträglich. Ich bin mir allerdings noch nicht sicher, ob ich euch das zumuten möchte! 😀

Lasst mir dazu einen Kommentar da! –>

 

Ein bisschen Heimweh…

Samstag, 20. Oktober; 09:27

 

Soeben habe ich festgestellt, dass auch andere Personen das Bad in unserem Zimmer nutzen. Keine Ahnung, wer die sind, aber ich erinnere mich, dass es ja hieß, einer der Gemeinschaftsschlafsäle verfüge nicht über ein eigenes Bad. Anscheinend kommen die Gäste von dort dann einfach in die anderen Zimmer, die über ein Bad verfügen. Für den Preis von 30 Soles pro Nacht habe ich tatsächlich schon DEUTLICH bessere Hostels gehabt – teilweise mit mehr Ausstattung und auch merklich sauberer.

Und irgendjemand spielt sehr schlecht Gitarre vor dem Fenster auf dem Balkon. Und singt dazu – nicht viel besser. ^^

In diesem Moment bin ich froh, dass es nur noch vier Tage verbleiben, bis ich in der Premiumklasse von Condor über dem Atlantik der Heimat entgegen dösen kann.

 

Und ich ärgere mich ein bisschen, dass ich nicht einfach noch zwei Tage länger in diesem kleinen Paradies in Máncora geblieben bin!

Lobitos ist noch so viel ruhiger, als Máncora. Hier gibt es wirklich nur ein paar Suf Spots. Das Örtchen hat nicht einmal einen Geldautomaten. Dementsprechend ist der Strand auch absolut verlassen (gut, es ist immer noch außerhalb der Saison…).

 

Ich versuche jetzt noch, eine halbe Stunde etwa herum zu kriegen, ehe ich dann zum Buenavistas Lobitos übersiedele. Ich bin zuversichtlich, dass sich mein Frust dann schnell wieder auflöst, wenn ich ein schönes Zimmer – mit eigenem Bad und KLOSPÜLUNG – beziehen kann und mich dann dem Genuss des Strandes und der Sonne vollends hingeben kann!

Vom Paradies zum … naja.

Talara; Freitag, 19. Oktober; 18:59

 

Ein bisschen ist der letzte Post schon wieder her…

 

Ich muss gestehen, ich hatte nicht so richtig die Muße, am Strand meinen Laptop zu zücken und zu tippen. Abgesehen davon mag ein Laptop ja in der Regel auch den Sand nicht so gerne; von daher war es wohl die bessere Entscheidung.

 


Die vergangenen drei Tage in Máncora habe ich in vollen Zügen genossen! Das Hostel Máncora Apartments hat sich als ein kleines, direkt am Strand gelegenes Paradies entpuppt, in dem ich die letzte Nacht sogar gänzlich alleine verbracht habe!

Und das für umgerechnet 9 € pro Nacht.

 

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Da es hier an der Nordküste so viele schöne Strände gibt, habe ich beschlossen, in meinen letzten Perutagen noch etwas anderes zu sehen. So fuhr ich heute also gegen Mittag los nach Talara – mit dem Bus für 7,50 Soles (ca. 1,60 €). Von dort aus nahm ich ein Collectivo für 4 Soles nach Lobitos – ein kleines Örtchen 16km nördlich von Talara. Insgesamt also eine sehr günstige Reise!

 

Allerdings habe ich bei meiner Ankunft dann eine kleine Enttäuschung einstecken müssen:

Das Hostel Casona de Lobitos wurde mir von einer Bekanntschaft aus Lima empfohlen, die in den höchsten Tönen davon geschwärmt hat. Umso ernüchternder, dass sich das Bad im 6-er Zimmer als kleiner Horror für mich entpuppt! 😦

Die Klobrille ist zu klein für die Schüssel (ich weiß nicht, wie man sich da genau hinhocken soll…). Und es gibt keine Klospülung. Man muss mit einem Wassereimer aus einer Regentonne Wasser auf die Hinterlassenschaften kippen. Und das funktioniert so gut, wie es sich schon anhört: Ziemlich mäßig! :‘(

Auch dem Geruchssinn bleibt das natürlich nicht verborgen.

 

Aus dem Handwaschbecken kommt zwar Wasser, mir wurde allerdings geraten, nur solches aus dem danebenstehenden Kanister zu verwenden. Warum auch immer. Ich will es lieber gar nicht wissen!!

 

Nachdem ich nun schon viele Nächte in der Wüste, im Dschungel oder auch in kleinen und größeren Städten in den Bergen verbracht habe, ist dies das erste Mal, dass der Standard SOOO niedrig liegt. Die Klosache ist wirklich eklig für mich. Den anderen Gästen (so viele sind es auch gar nicht) scheint es wohl nichts auszumachen – die niederländische Voluntärin an der Rezeption zeigte aber immerhin reichlich Verständnis für meinen Standpunkt. Obwohl ich zwei Nächte reserviert habe, hoffe ich, die zweite morgen früh erfolgreich stornieren zu können.

Ich ziehe dann ein Hotel für meine letzten zwei Nächte am Meer. Das kostet zwar deutlich mehr, aber ich möchte wirklich die letzte Zeit hier oben am Strand noch in vollen Zügen genießen können. Und wenn eine Klospülung dazu gehört, nehme ich eben die Mehrkosten auf mich!

 

Also drückt mir die Daumen, dass es klappt! – Ich werde es euch wissen lassen! 😊

Der Regenwald

Freitag, 12. Oktober; 20:38

 

Wow, einfach nur wow.

 

Ich sitze hier auf einem der drei Betten in meinem – schätzungsweise – 20m² großen Zimmer, in einem Stelzenhaus mit einem Dach aus den Blättern eines bestimmten Dschungelbaumes. Das Zimmer, bzw. das Häuschen mit einer Kapazität bis zu 5 Personen und eigenem Bad habe ich ganz für mich alleine! – Naja fast. Ich habe einen kleinen Gecko als Mitbewohner, der allerdings zu schüchtern und viel zu flink für ein Wohngemeinschaftsfoto ist… Mit Laura ist das einfacher! 😀 ❤

 


Die Geräusche in diesem Moment sind einfach nur unwirklich in meinen Ohren. Tausende Grillen und Zikaden zirpen (ja, so als hätte jemand ein Tonband mit Naturklängen als Entspannungsmusik hingestellt), zwischendurch hört man eine Art Krächzen oder Schnattern von irgendwelchen, für mich undefinierbaren Vögeln – zumindest vermute ich, dass es Vögel sind…

Das Zimmer ist quasi offen, aber glücklicherweise durch Mosquitonetze von der „wahren Natur“ getrennt. Dennoch gibt das bestimmt mehr als drei Meter hohe Spitzdach ein außerordentliches Raumgefühl…

Die Temperatur ist ganz angenehm! Ich habe keine Ahnung, wieviel Grad es sind, denn hier gibt es ja eine Internet-Detox-Diät… Ich schätze, es sind noch um die 26 °C. An die Luftfeuchtigkeit habe ich mich schon ganz gut gewöhnt; vor allem seit ich auf der Dschungelwanderung heute Nachmittag meine Regenjacke anhatte, an deren Innenseite ich später beim Ausziehen gefühlte 3 Liter Wasser festgestellt habe.

Momentan höre ich zusätzlich noch den Generator, welcher von 18.00 bis 22.00 Uhr für Strom und Licht sorgt. Danach wird er ausgeschaltet, sodass es dunkel ist, bis am morgen die Sonne wieder aufgeht.

Ein bisschen gruselig ist es auch. An den Mosquitonetzwänden der Haupthütte, in welcher die Mahlzeiten serviert werden, und welche über die meiste Beleuchtung verfügt, klebten Tausende – ach was, Trilliarden !!! – Insekten der unterschiedlichsten Arten; und vor allem Größen! Ich habe noch nie so riesige Zikaden und fette Käfer gesehen (außer mal im Aquarium oder Zoo, aber das ist wirklich kein Vergleich zu hier in der freien Wildbahn). Dazu etliche Falter, Motten, Heuschrecken, Wespen und – naja, auch Mosquitos.

 

Bisher bin ich, wie ich denke, ganz gut mit den Mücken weggekommen. Helle und lange Kleidung, sowie Mückenspray sind eine gute Kombination!

 


An diesem heutigen Abend bin ich sehr zufrieden mit meiner Ankunft sowie der Unterbringung und den ersten Erlebnissen hier im Dschungel des Amazonas. (Ich bin echt im Amazonas-Regenwald – das kann ich immer noch nicht glauben!)


 

Dabei fing der Tag erstmal holprig an…

 

Zunächst bin ich im vorigen Hostel gefühlt nur von kiffenden Franzosen umgeben, die irgendwann morgens vom Feiern zurückkommen und dann das Klo, dessen Spülung nur mäßig funktioniert, vollgekotzt haben.

Erstaunlicherweise stehe ich mittlerweile über solchen Dingen – ich bin wohl echt ein wenig abgehärtet!

Sowieso bin ich über eine Stunde vor meinem Wecker wach, sodass ich noch auf der Terrasse in Ruhe frühstücken und ein wenig lesen kann. Dann geht es mit dem Mototaxi los zur Agentur.

Ich bin zu früh dran, schlage noch 20 Minuten mit Spazieren an der Amazonas-Promenade herum, um dann noch einmal 15 Minuten zu warten.

Endlich geht es los!

Nein, doch nicht. – Wir werden zunächst in ein zweites Büro verfrachtet, wo wir von einem mäßig motivierten Guide noch einmal erzählt bekommen, was wir in den kommenden ein, zwei oder drei Tagen zu sehen bekommen würden. Außerdem lispelt er – ich weiß, er kann da nichts für, aber irgendwie regt es mich in diesem Moment auf…

Dann geht es los! – Erst einmal aber nur mit dem Bus zum Hafen Bellavistas, damit wir dort trockenen Fußes das Boot besteigen konnten. Das sei wohl zu dieser Jahreszeit schwierig, da der Amazonas momentan relativ wenig Wasser führe, und dadurch von vielen Stegen nicht erreicht werde…

So, endlich dann im Boot! Eine knappe Stunde fahren wir flussaufwärts, ehe wir noch zwanzig Minuten zwischen Bananenbäumen und über Holzplanken durch Sumpfgebiet stapfen.

 

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Dann sind wir endlich da! Es sieht wirklich aus, wie auf den Fotos!? Wow! Und der Pool ist auch da – wie angegeben! Ringsherum um diese mit Rasen bewachsene, grüne Oase nichts als dichter Regenwald, Papageienschreie und Grillenzirpen.

 

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Leider stellt sich heraus, dass mein „Einzelzimmer“ noch nicht beziehbar ist, weil die vorigen Gäste noch nicht einmal ausgecheckt sind. Auch mein großer Rucksack, der von ein paar jungen Herrschaften zusammen mit Nahrung und weiterem Gepäck der anderen Gäste nachgebracht werden soll, lässt auf sich warten (2,5 Stunden -.-).

Nach dem Mittagessen kann ich dann endlich mein Zimmer beziehen. Und als ich dann den vielen Platz im Zimmer mit meinen Sachen bestreue, den Klängen des Dschungels lausche, während ich mich als einzige Person im Pool und in der Hängematte aale, und mich im Anschluss für die nachmittägliche Regenwaldwanderung umziehe, ist mein Ärger schon wie weggeblasen.

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Mein Zimmer – ganz für mich allein! Eine tolle Abwechslung nach dem vollen Hostel zuvor! 🙂

 

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Noch im Pool erfrischen, ehe es zur Regenwaldwanderung geht!

 

Auf der Wanderung zeigt uns unser Guide – welcher mir glücklicherweise im Laufe der Stunden immer sympathischer geworden ist – verschiedene Bäume, welche für die einheimischen Völker als Apotheke dienen, weil ihnen die unterschiedlichsten Heilungseigenschaften nachgesagt werden.

Wir rasten im Garten eines völlig normal-westlich gekleideten Schamanen (brujos = Hexer), mit welchem wir frisches Zuckerrohr (cana) pressen und den Saft verkosten. Außerdem stellt er uns seine Essenzen aus Rinden, Wurzeln und Anakondagift, sowie heilsame Liköre aus Zuckerrohr und Kräutern vor. Letztlich kann alles gekauft werden; natürlich. Mich persönlich spricht keines der Produkte in ausreichendem Maße an. Dennoch war es unterhaltsam und interessant!

 

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Da wir schon beim Loslaufen in zeitliche Verzögerung gekommen sind, kommen wir in die Dämmerung und stehen schon 15 Minuten später im absolut finsteren Dschungel. Ja, der Sonnenuntergang hat es hier wirklich eilig! Mit Handys und Taschenlampen tasten wir uns die schlammigen und rutschigen Wege entlang zurück; stets Ausschau haltend nach Schlangen, da diese bereits in der Dämmerung aktiv werden. Vor dem einheimischen Jaguar brauchen wir uns beruhigenderweise nicht zu fürchten, denn dieser geht erst zu deutlich fortgeschrittenerer Stunde auf die Pirsch.

 

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Schließlich kommen zehn Touristen (übrigens alles Peruaner – ich bin die einzige „Weiße“) und ein Guide wohlbehalten im Hüttchencamp an.

 

Nach dem Duschen gibt es auch schon Abendessen: Verschiedene Salate, Kartoffeln, Chifle (gebackene/frittierte, orange Bananen) und frische Melone gibt es. Vom Essen her bin ich bisher positiv überrascht. Es gibt, was hier im Überfluss wächst; also hauptsächlich alle Formen von Kartoffeln und Bananen, aber auch dünne Streifen von Palmenherzen, rote Beete und Karotten, sowie Fisch/Fleisch nach Bedarf – auf Bananenblättern serviert.

 

 


Morgen gehen wir unter anderem auf die Suche nach den rosa Flussdelfinen, den Bufeos. Ich bin schon gespannt, was der morgige Tag noch so bereit hält für uns…!