Auf Höhenfestigkeit getestet.

Montag, 10. September; 18:42

Heute morgen erst einmal der nächste Schrecken: Basti ging es wieder schlechter! Na toll! Gebucht hatten wir für heute schon im Colca-Tal, in einem kleinen Örtchen namens Yanque. Allerdings schien das vorerst auf der Kippe zu stehen. Und das, obwohl wir gestern Abend noch lecker vegetarisch-vegan in der Innenstadt von Arequipa essen waren und es Basti den ganzen Tag lang wieder super gegangen war!

Dank der Elektrolytlösungs- und Weißbrotgötter (von letzteren gibt es in Peru im Überfluss), konnten wir die 3,5 Stunden lange Autofahrt mit besten Vulkanausblicken und über den fast 5000 Meter hohen Pass dennoch antreten!

Und ich kann sagen, diese Fahrt war wirklich atemberaubend schön!

Nachdem wir die Dutzenden von LKWs im Großraum Arequipa dann abgeschüttelt hatten, ging die Fahrt entspannt durch Pampas auf Hochebenen, an steilen, teils vom Gletschereis bedeckten Berghängen, an fast einem Dutzend Sandstürmen und insgesamt vielen Hunderten Lamas, Alpakas und Vicuñas (der vermutlichen Urform der Alpakas) auf den kargen Steppen der Hochebenen vorbei.

 

Die Hochebenen… karg und doch so lebhaft.

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Gletschereis-Überreste am Straßenrand. Auf dem Weg nach 4820 Metern Höhe!

 

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Die gleißende Sonne über den kargen Felsen der teils über 6000 Meter hohen Andengipfel…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Zwei Sandstürme vor der Rückseite des Vulkans Misti, dessen Vorderseite wir sonst von Arequipa aus sehen konnten.

 

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Ein zufriedenes Lama am Straßenrand. 😀

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Helloooo?! Where am I? – Lama-Suchbild.

 

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Grasende Vicuñas im Nationalpark Reserva National de Salinas and Aguada Blanca.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Fruchtbare Bergquellen.

Trotz ihrer kargen Erscheinung auf den ersten Blick bieten die Anden Lebengrundlage für etliche Pflanzen, speziell Moose und Flechten, welche wiederum gerne von den Andenkamelen (Alpakas, Lamas und ihren wilden Formen Vicuña und Guanako) verzehrt werden. Wie in manchen Teilen Eurpoas heute auch noch Schafherden frei herumlaufen, sind es hier hauptsächlich die Herden von flauschig aussehenden Alpakas und ihren bunt gekleideten Hirtinnen.

 

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Die Puschel an den Ohren sind vergleichbar mit Marken, die es in Europa oder den USA für Tiere gibt. Sie dienen den Hirten vor allem dazu, ihre Herden auseinander halten zu können.

 

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Grundlage für das Leben in den wüstenhaften Anden bildet natürlich Wasser, welches in Folge der Schneeschmelze die Berge hinab bis ins Meer fließt. Selbst der riesige Amazonas hat seinen Ursprung in den peruanischen Anden!

Man muss allerdings anmerken, dass momentan Trockenzeit ist. Ab März beginnt die Regenzeit im dortigen Spätsommer/Herbst. Die meisten Flüsse an den Küsten führen erst zu dieser Zeit wieder Wasser. Natürlich macht mehr Wasser die Berge auch unebrechenbarer, da Erdrutsche keine Seltenheit sind. Von daher haben wir unsere Reisezeit – vor allem mit dem Auto – schon absolut richtig gewählt!

 

 


Knapp die 5000 erklommen – Mirador de los Andes.

Zwar waren wir während der gesamten Fahrt größtenteils über 3000 Metern Höhe über Null, getoppt wurde das jedoch durch den Mirador de los Andes bzw. de los Volcanos auf 4820 Metern Höhe!

Uhh, eisig kalt war es dort ganz plötzlich, auch wenn die Sonne mit aller Kraft vom strahlendblauen Himmel brannte!

Eine unwirkliche, fast mondartige Landschaft.

Das Geniale ist: Man sieht zu fast allen Himmelsrichtungen Vulkane am Horizont! Unter anderem auch den aktiv Rauch und Dampf ausstoßenden 5976 Meter hohen Sabancaya!

 

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Der dampfende Sabancaya hinter einer Landschaft wie von einer anderen Welt.

 

 

 

 

 

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Abfahrt in den Colca-Canyon.

Nachdem wir uns dann mühsam über zwei Kilometer in die Höhe gekämpft hatten, ging es dann wieder bergab – auf 3500 Meter am Zielort Yanque.

Auch die Abfahrt hatte ihren Zauber, vor allem, als dann in der Ferne der Canyon mit dem Städtchen Chivay in der Ferne sichtbar wurde!

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Unten im Tal, und gleichzeitig am Beginn des Colca-Canyons das Städtchen Chivay, durch das uns unser Weg führte.

 

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Absolute Stille. Nur der Wind rauscht sanft in den Bergen. Atemberaubend schön.

 

 


Ankunft in Yanque.

In Yanque sind wir nun in einem ganz niedlichen Hotel – Miski Wasi – mit nur 5 Zimmern im Bungalowstil unter gekommen. Es ist quasi ein kleines Paradies, wenn man bedenkt, dass wir in den letzten zwei Wochen wenig grün in den wüstigen Zonen der Küsten gesehen haben.

Wir wurden selbst von kleinen Kindern begrüßt, die Straßen sind von Eukalyptusbäumen gesäumt und wir sehen auch von hier aus einige der imposanten Vulkane (darunter Sabancaya – der hat es mir irgendwie angetan! 😀 ).

 

So, Schluss für heute! Morgen geht’s früh zum Cruz del Condor! Die Kondore sind nämlich Frühaufsteher!! 🙂

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