Oase auf Umwegen

Freitag, 21. September; 10:15

 

Eigentlich wollten wir am gestrigen Tag vormittags nach Cusco zurückfahren, um abends dort lecker in unserem neu ernannten Lieblings-Veganer essen zu gehen und dann von dort in Etappen über die Berge zurück nach Lima zu tingeln.

 

Aber wie es eben manchmal ist:

Es kommt 1. Anders, und 2. Als man denkt.

Schon im zweiten Ort, den wir durchqueren mussten, das kleine Dörfchen Santa Maria, kam unsere Fahrt nach etwa 30 Kilometern zum Stillstand. Eine Straßenblockade von protestierenden Lehrern (angeblich) ließ uns nicht weiter fahren. Trotz mehrerer Verhandlungsversuche unter Angabe unserer Flugtickets, der Tatsache, dass wir das Mietauto pünktlich nach Lima zurückbringen müssen und die Erinnerung daran, dass der Tourismus für Peru eine der Lebensgrundlagen darstellt, war kein Durchlass auszuhandeln.

Enttäuscht waren wir dann auch von der Polizei, die keine Anstalten machte, sich in irgendeiner Form für uns einzusetzen oder uns genaue Auskunft zu geben.

Im Internetcafé suchten wir die Telefonnummer der deutschen Botschaft in Lima raus und durften freundlicherweise mit dem Handy des Cafébesitzers anrufen. Die nette Dame am anderen Ende der Leitung gab uns eine Telefonnummer und e-Mail-Adresse vom Konsulat in Cusco, da dies der zugehörige Bereich sei, und gab an, uns eine Mail schreiben zu wollen, wenn sie heraus gefunden habe, um welche Art von Aufstand es sich handle und wie damit am besten zu Verfahren sei.

Die E-Mail kam bis heute nicht.

 


 

Um die Wartezeit ein wenig sinnvoller zu nutzen, machten wir uns auf den Weg, eine Tankstelle zu suchen. Eine Dreiviertel Stunde später mussten wir feststellen, dass die sogenannten „Tankstellen“ – eigentlich nur kleine Lädchen am Straßenrand – kein 95er Gasolina führen, was wir für unser Auto brauchen.

Dementsprechend knapp wurde es dann, als wir uns nach sagenhaften 7 STUNDEN WARTEN an DREI STRAßENSPERREN (mit laufender Klimaanlage, denn sonst wäre es kaum aushaltbar gewesen) über den 4.300 Meter hohen Pass zurück nach Ollantaytambo schleppten, um einen Schlafplatz zu finden.

Und wie es das Schicksal so will, und ihr es euch beim Titel dieses Artikels bestimmt schon denken könnt:

 


Wir sind in ein kleines Paradies gestolpert!


 

Das ist wohl Perus Entschädigung für diese Unannehmlichkeiten und das Ärgernis mit dem Warten. Zumindest betrachte ich es so… 😀

 

…eingeschlafen sind wir bei diesem zauberhaften Rauschen des Flusses direkt unter unserem Zimmer. Aufgewacht sind wir mit den ersten Sonnenstrahlen und einem Blick auf die noch wolkenumwobenen Berggipfel, die mehrere hundert Meter über das kleine Tal hinaus ragen. Der Duft von Engelstrompeten lockt schwirrende, smaragdgrüne Kolibris an, Bienen summen in den Fuchsienbäumen.

 

Im saftigen Grün des Gartens sitzen wir nun noch und genießen einen Coca-Tee und frischen Kaffee, während die Sonne langsam höher steigt und die Luft frühsommerlich erwärmt. Die Eukalyptusbäume rauschen sanft mit dem Wind im Takt mit dem plätschernden Wasser des Flusses…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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2 Kommentare zu „Oase auf Umwegen

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