Ein nachträgliches, abschließendes Fazit

Dienstag, 03.Dezember 2018; 18:14

Mittlerweile bin ich schon mehr als einen Monat zurück in Deutschland. Ein gewisser Alltag hat sich bereits ebenfalls wieder eingeschlichen. Und wenn ich so zurückdenke, bin ich meinem Blog wohl noch ein wenigstens kurzes Fazit schuldig.

Es geht mir bei diesem Fazit weniger um die Bewertung der Reiseroute und einzelnen Erlebnisse, sondern mehr um ein Fazit zur Gesamtheit der Erfahrungen, welche ich im Zuge dessen machen durfte. Und wie sich diese Erlebnisse in meinem Erfahrungsschatz verorten…

___________________________________________________________

Nach Peru gereist bin ich ursprünglich als eine Art Maßnahme zur Selbstfindung. Irgendwie hatte ich den Gedanken im Hinterkopf, es würde mir ein bewegender, ganz außergewöhnlicher Moment, oder ein Erlebnis widerfahren, welches mir eine ganzheitliche Erleuchtung über mich selbst und meinen persönlichen Sinn des Lebens gibt. Wie zu erwarten (ja, ich merke esauch, wenn ich mir diese Zeilen selbst durchlese), kam es nicht dazu.

Nichts desto trotz habe ich im Rückblick einige kleine oder auch größere Lektionen über das Leben und seinen Sinn gelernt, welche im Gesamtbild dann eben doch eine Art „Erleuchtung“ oder nennen wir es erleuchtende Erfahrung ergeben.

Die eine große Lehre, die ich aus dieser Reise ziehe, ist VERTRAUEN.

Es gibt einen gewissen Fluss im Leben, der dafür sorgt, dass dieses lebendige Universum niemals in Stillstand verfällt. Alles was lebt – definitiv ALLES – befindet sich in ständiger Veränderung. Wir werden geboren, wir werden erwachsen, wir werden alt und wir sterben. Jedem Tier ergeht es so und auch jeder Pflanze. Was nicht mehr wächst und sich weiterentwickelt, befindet sich auf dem Weg des Verfalls und stirbt.

Das Leben befindet sich immer im Fluss und bietet uns im Zuge dessen ständig neue Perspektiven und Möglichkeiten.

Wenn wir uns dem Fluss des Lebens öffnen, und ihm Vertrauen schenken, schenken wir letztlich auch uns selbst das Vertrauen, die Chancen und Möglichkeiten, die sich im Leben vor uns auftun, zu erkennen und wahrzunehmen.

Genau das habe ich erlebt: Manche Aspekte meiner Reise habe ich bei weitem nicht bis ins Detail geplant. Ich wusste nicht,wie genau ich von A nach B komme; ich wusste nur, dass ich bei B ganz sicher ankommen würde. Dennoch war ich innerlich ruhig, machte mir keine Sorgen – und wenn doch einmal Zweifel aufkamen, schob ich sie einfach beiseite – und hatte ein Gefühl, dass ich ganz sicher an mein Ziel gelangen würde. Was passierte, beeindruckte mich selbst in der Situation: Fremde Menschen sprachen mich an, fragten mich nach meinem Ziel und boten mir an, mich ein Stück zu begleiten, um mir den richtigen Weg zu zeigen. Einfach so. Ich habe nicht einmal darum gebeten…

Manch einer mag sagen, das könnten auch Zufälle gewesen sein.

Könnten es tatsächlich. 😉

Das bedeutet dann für mich jedoch nur, dass wir auch dem Zufall vertrauen können…

Hier zurück in Deutschland fällt mir das bedingunglose Vertrauen allerdings alles andere, als leicht. Wie gewohnt sind wir, Dinge im Voraus planen zu wollen. Am besten Jahre vorher schon wissen, wie es in der Zukunft weitergeht. Dabei bleibt jedoch alles das unberücksichtigt, was uns unvorhergesehener- und überraschenderweise über den Weg läuft…

Womöglich nehmen wir manche Chancen und Möglichkeiten nicht einmal wahr, weil wir innerlich fixiert sind auf EIN Ziel und den EINEN Weg dorthin. Was sich links und rechts abspielt – welche anderen und womöglich sogar noch schöneren Wege es an den Seiten außerhalb unserer Scheuklappen gibt– das sehen wir in solch einem Fall nicht.

____________________________________________________________

Die zweite Lektion hat im Grunde ebenfalls mit Vertrauen zutun. Der INTUITION vertrauen; auf das Bauchgefühl hören; dem inneren Kompass lauschen.

Manchmal können wir gar nicht genau beschreiben, wieso wir bei einer Sache ein außerordentlich gutes, oder aber verdammt schlechtes Gefühl haben. Und hinterher stellt sich dann raus: „Hätte ich mal auf das Bauchgefühl gehört!“.
Oder es stellt sich Erleichterung ein, weil wir genau das gemacht haben.

Es ist natürlich keineswegs damit gemeint, den Kopf gänzlich auszuschalten. Doch manchmal können es gut verkleidete irrationale Ängste sein, Vorurteile oder fehlerhafte Schlussfolgerungen, die uns von etwas abhalten wollen. Wir begründen und argumentieren das dann ganz wunderbar als „Logik“.

Doch was sich vermeintlich als „Logik“ verkauft und als rationales Argument tarnt, ist manchmal einfach unglaublich gefährlich für uns.

Falsche Glaubenssätze, die wir nie hinterfragt haben, machen wahrscheinlich die Mehrzahl dieser gefährlich „falschen Logik“ aus.

Das gefährliche an der Pseudologik ist, dass sie uns weit entfernt von unseren Träumen und Wünschen. Still und kaum hörbar bringt sie uns dazu, unsere Visionen los zu lassen, weil sie ja nicht „logisch“ und „vernünftig“ genung sind.

Ich finde daher, keinesfalls sollten wir ihnen zu viel Raum eingestehen, wenn das Bauchgefühl und der innere Kompassetwas etwas völlig Gegenteiliges schreien!


Auch die Entscheidung dazu, die Reise tatsächlich anzutreten, ist ein Beispiel dafür:

Ich hatte keine Ahnung, wie es danach weiter gehen würde. Einiges an Geld, was dafür draufgeht. Gefährlich ist Südamerika jasowieso… und dann noch als Frau?! Alleine?!

Genug Argumente gegen die Reise ließen sich ganz „logischerweise“ finden.

Aber mein Gefühl sagte mir, dass es absolut notwendig für mich war, diese Reise anzutreten. Ich konnte noch nicht einmal sagen, welche Argumente „rational“ ganz konkret DAFÜR gesprochen hätten. Außer, dass es ein innerer, sehnlicher Wunsch ist.

Was soll ich sagen?! – Ich bereue absolut nicht, auf diese innere Stimme gehört zu haben. Ich würde wieder exakt genauso entscheiden.

Und ich habe mir fest vorgenommen, das Vertrauen an meinen inneren Kompass weiter auszubauen und ihn mir nicht nehmen zu lassen durch die Glaubenssätze von Menschen, die nicht in meiner Haut stecken.


Loslassen und im Hier und Jetzt leben… eine große Lektion des Reisens…



FAZIT

Ich bin grundsätzlich tief davon überzeugt, dass wir instinktiv viel mehr und besser wissen, was wir in unserem Leben an Erfahrungen gerade brauchen. Viel mehr, als wir uns zuzutrauen vermögen. Unsere Stimme im Kopf – unser rationales Denken – ist nur häufig viiiieeeel zu laut, als dass wir das zarte innere Stimmchen der Intuition wahrnehmen könnten. Fleißig haben wir uns antrainiert, alles mit rationalen Argumenten und Schlussfolgerungen zu untermauen (damit es auch gesellschaftlich schön plausibel und nachvollziehbar erscheint) und dabei verlernt, auf unsere Intuition und damit auf unsere essenzielle Verbindung mit allem Lebendigen zu vertrauen.

Doch auch Vertrauen kann gelernt werden. Selbst enttäuschtes Vertrauen kann zurückgewonnen werden…

Ich wünsche mir selbst und euch allen, die ihr diesen Beitrag gelesen habt, genau das von Herzen: Neues Vertrauen und damit bald einen vertrauenvollen Start in das neue Jahr!

Eure Elina

Advertisements

4 Kommentare zu „Ein nachträgliches, abschließendes Fazit

  1. Ich beglückwünsche Dich zu dem erlebten und den gewonnenen Erfahrungen, Respekt vor diesen Worten und Du darfst zu recht Stolz auf Dich sein, ich bin es… Ich wünsche Dir nicht nur in das Neue Jahr einen guten Start, sondern auch in Dein ganzes zukünftiges Leben,…Bussiii …Paps

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s