Laguna Cejar

Piura, Montag, 15. Oktober; 20:55

 

Sooo meine Lieben! Endlich kann ich euch mal wieder ein paar Updates geben! Zurück aus dem Dschungel in Iquitos – in Piura angekommen – habe ich endlich mal wieder super Internet! Also hier kommen die Beiträge, die bisher warten mussten! 🙂

 


 

Dienstag, 09. Oktober; 13:13

 

Am Flughafen in Santiago sitzend und auf mein Boarding nach Lima wartend nutze ich die Zeit, um noch ein weiteres wunderbares Erlebnis aus der Atacamawüste Revue passieren zu lassen.

Unser letzter Ausflug am Sonntag führte uns erneut in die schier ewige Salzwüste, etwa 20 km von San Pedro entfernt. Im Speziellen ging es zum Naturschutzgebiet Laguna Cejar, wo sich noch einige weitere Salzseen befinden. In einem hiervon kann man sogar baden!

Doch von Anfang…

 


An diesem Tag bin ich überraschenderweise die erste, die gleich um Punkt 8 Uhr in der Früh abgeholt wird. Dieses Mal ist es ein anderer Guide, leider nicht Felipe…

Nachdem noch die liebe chilenische Familie mit den zwei Töchtern und ein weiterer Santiager (sagt man das so?) dazu kommt, müssen wir allerdings erst einen unerwarteten Zwischenstopp einlegen, da einer der Reifen keine Luft mehr hat. Der Wechsel geht jedoch zügig und der neue Guide ist sichtlich bemüht, uns keine große Verzögerung zuzumuten. Etwa zwanzig Minuten verlieren wir, was sich jedoch insgesamt als unproblematisch erweist.

 

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Alle weiteren Passagiere eingesammelt und looos geht’s durch die holprige Wüstenpampa. Die Fahrt dauert nicht lange. Als wir ankommen, hat schon jemand von der Touragentur das Frühstück unter einer Art Pavillon auf dem Gelände des Schutzgebietes Laguna Cejar vorbereitet. Ein paar Brötchen und Kaffees sowie einige Anekdoten des redefreudigen Guides später, ziehen wir dann los zur Laguna Piedra. Dies ist die einzige Lagune, in der das Baden hier erlaubt ist, da die anderen unter Schutz stehen (unter anderem für Flamingos) und abgesehen davon Treibsand außen herumhaben! Wir werden noch darauf hingewiesen, keine Sonnencremes vor dem Baden aufzutragen, um eine Verunreinigung des Wassers und damit Gefährdung des Ökosystems zu vermeiden.

 

 

Es ist noch nahezu menschenleer. An den Nachmittagen soll es hier wie an den Stränden der Copa Cabana aussehen; aber wir haben das Glück, schon früh am Tag in den Genuss zu kommen und die gesamte Schönheit dieser Oase für uns zu haben. Wir beanspruchen hierzu eine der kleinen Schilfhütten, um unsere Rucksäcke abzulegen.

 

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Und dann geht es ins kühle Nass!

Ja, kühl ist es mit 15 °C wirklich. Auch die Luft ist jetzt am Vormittag noch nicht allzu sehr erwärmt, obwohl die Sonne natürlich kräftig scheint, sodass es dennoch Überwindung kostet, sich komplett ins türkisblaue Wasser zu begeben. An den Rändern flach und schlammig-salzig bietet sich mitten in der Lagune der Anblick dreier kreisrunder Löcher unter Wasser, welche angeblich bis zu 15 Meter tief in den Boden hinab reichen. Ein seltsames Gefühl ist es, über diesen Rand, in Richtung des „Abgrundes“ zu schreiten. Doch einmal überwunden, kommt man in das magische Gefühl des Schwebens!

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Das Wasser ist derart salzig, dass es unmöglich ist, hier unter zu gehen. Für mich ist das eine erstmalige Erfahrung, in einem derart gesättigten Salzwasser zu schwimmen – oder eher gesagt, mich einfach treiben zu lassen. Denn Schwimmen ist eigentlich kaum möglich, da die Beine ja eh immer nach oben treiben.

Es ist wunderbar! Das Panorama ringsherum, die warme Sonne von oben und das belebende, kühle Nass in den schönsten Blautönen um uns herum…

 

Wenn ich etwas Wasser in meine Hände nehme, kann ich zahlreiche kleine, fast durchsichtig-rosane Salinenkrebschen entdecken! Sie haben zwei einzige schwarze Punkte am Kopf – ihre super kleinen Äuglein! 😍

Diese im Salzwasser lebenden Krebse sind neben Phytoplankton der Grund für eine doch so große Artenvielfalt in der Wüste, welche vor allem die zahlreichen Vögel einschließt. Viele dieser Vögel (beispielsweise die „gaviota andina“ – die Andenmöve, sowie die einheimische „tagua andina“ – eine Art Blesshuhn) existieren nur unter den extremen Bedingungen der Andenlandschaften…

 

 

Ich glaube etwa zwei Stunden verbringen wir insgesamt noch mit Fotosmachen, Plaudern und Lachen. Zum Schluss bemerkt eine der Frauen aus Santiago beim Gruppenfoto, dass wir die „Familie der Touren“ während unserer Zeit in San Pedro waren…

 

Ja, so kann man es wahrlich nennen…

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Wenn ich jetzt daran denke, schmerzt es mich etwas, dass diese schönen Erlebnisse schon so schnell vorbei sind…

Aber mitunter diese Flüchtigkeit ist es ja eben, welche diese Momente so wertvoll macht.

In einem sich scheinbar ewig wiederholenden, immer gleichen Alltag haben wir doch allzu oft das Gefühl, die Zeit vergeht gar nicht – oder dass wir uns selbst in der Illusion lassen, wir hätten EWIG Zeit.

 

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Diese schönen, und allzu schnell vergangenen goldenen Momente während dieses Abschnittes meiner Reise erwecken in mir wieder mehr das Bewusstsein unserer Endlichkeit; und damit unserer unfassbar wertvollen Zeit, von der wir nie wissen, wieviel uns noch bleibt auf unserer wunderschönen Erde. Auf dieser Erde, deren Gesichter wir nicht zählen können. Deren Reichtum an Leben in allen seinen Formen und Farben wir mit nichts in der Welt aufwiegen könnten…

 

Dieses Bewusstsein erzeugt Ehrfurcht und tiefe Dankbarkeit in mir.

Allem voran bin ich so dankbar, diesen Schritt ins Ungewisse gewagt, und diese Reise angetreten zu haben.

Ich sende euch Liebe vom anderen Ende der Erde!

Namaste.

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Abschied von San Pedro

Montag, 08. Oktober; 15:42

 

Meine Zeit in San Pedro und in der Wüste von Atacama neigt sich dem Ende zu. Etwa in einer dreiviertel Stunde werde ich von einem Transfer abgeholt und zum Flughafen in Calama gebracht.Eine Nacht werde ich dann in Santiago verbringen, ehe es morgen Mittag dann schon wieder zum Flughafen und zurück nach Lima geht.

 

Diese letzten Minuten hier im Hostel Alojamiento Open House nutze ich also, um noch einen Nescafé zu schlürfen (man gewöhnt sich mit der Zeit daran! – Es heißt ja auch „In der Not frisst der Teufel fliegen“, -oder „In der Not trinkt Elina eben Instantkaffe, wie zu Beginn ihrer Studentenzeit, als sie noch keine eigene Kaffemaschine hatte.“

 

Zuvor bin ich noch auf eine letzte kleine Spazierrunde (und um noch ein wenig Geld abzuheben) in der Stadt – also besser gesagt im Städtchen – gewesen. Die Sonne brennt heute wieder vom strahlend blauen Himmel herunter. Nur am Horizont über den Vulkanen zeigen sich ein paar lockere Wölkchen.

 


Apropros Wolken! Gestern Abend wollte ich eigentlich die Astronomie-Tour als meinen letzten Programmpunkt machen. Leider hat dann aber eine fiese Wolkenwand, die sich vom Horizont heranschob, einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mein Geld habe ich glücklicherweise und absolut unproblematisch zurück bekommen. Das ist eben das Risiko bei solchen Aktivitäten in der Natur…

Somit bleibt also neben ein paar weiteren Orten in der Wüste, die meine Touren nicht beinhalteten, noch die Sternenhimmel-Tour für den nächsten Atacamabesuch offen…


 

Eine besonders schöne und ungeplante Erinnerung wird dafür bleiben: Die überaus erfreuliche Bekanntschaft mit den beiden lieben Münchnern Julia und Philip, welche per Backpack auf einer einjährigen Weltreise sind!

– Ihr beiden; Danke noch für die wunderbare Idee mit dem Frühstück heute morgen! …das hatte ich ganz vergessen. 🙂

 

 

Geysers del Tatio

Die Geysire am Fuße des Vulkans El Tatio gelten als das weltweit drittgrößte geoaktive Feld dieser Art (nach dem im Yellowstone Nationalpark und einem auf Island).

Somit ist dieses Highlight eigentlich ein MUSS für jeden, der ein paar Tage in der Atacamawüste verbringt.

Jede Agentur in San Pedro bietet die Tour zu ähnlichen Konditionen, teils jedoch zu unterschiedlichen Preisen an.

Ich hatte meine Tour am Samstag (06. Oktober)…

 


Der Pickup vom Hostel oder Hotel findet in der Regel zwischen 5.00 und 5.30 Uhr statt. Die Fahrt zu El Tatio noch in der morgendlichen Dunkelheit dauert ca. 1,5 Stunden. Damit ist dieses das am weitesten entfernte Ziel, welches ich auf meinem Besuch der Wüste auf meiner Liste habe.

 


Während der Fahrt spricht keiner, die Hälfte der Gruppe schläft noch mal ein Weilchen, alle scheinen gebeutelt vom frühen Aufstehen zu sein. Auch ich mache die Augen noch ein wenig zu, um zu dösen, werde jedoch von der ersten Morgendämmerung langsam wach. Am Himmel steht noch die Sichel des Mondes, während von allen Seiten Fahrzeuge zu sehen sind, deren Wege auf der Hauptstraße zusammenlaufen.

 

Als wir ankommen, zahlen wir erst einmal den Eintritt von stolzen 10.000 $ (ca. 12€).

Dann fährt uns der Van noch in den Park hinein und lässt uns direkt am Rande des schon von Weitem sichtbaren Geysirfeldes ab.

 

Vor dem Sonnenaufgang herrschen hier zwischen den Bergen in der Regel noch Minusgrade. Wir hatten Glück – nur -3°C – manchmal werfen die -10° geknackt!

 

Später, als die Sonne über den Bergen aufgegangen ist, wärmt es sich endlich etwas auf. Trotz meiner vielen Zwiebelschichten war mir doch ziemlich kalt!

 

Video mit Ton ansehen!

 

Das Blubbern und Köcheln der vielen Geysirlöcher im Boden ist schon bizarr. Die verschieden gefärbten Partien am Boden zeugen von verschiedenen ansiedelnden Mikroorganismen, wie Cyanobakterien, welche an die extremen Bedingungen im kochenden und teilweise schwefligen Wasser angepasst sind.

 

Die Wasserdämpfe riechen stellenweise nach Schwefel, was einen daran erinnert, dass hier unter der Erde riesige Wasser- und Magmafelder lodern, die ihre Energie über die Geysire an die Erdoberfläche abgeben…

 

Im Dunst des Geysirs verschwunden…

 

Endlich ein paar wärmende Sonnenstrahlen! – Ja, ich weiß, ich sehe aus wie ein Michelin-Männchen. Es war aber auch kalt am Anfang!!

 


Noch im selben Geysirfeld befindet sich ein „Inka-Bad“, eine vom Geysir gespeiste Therme, wo wagemutige Touristen bei knapp über 0 Grad im warmen Wasser planschen können. Bei mir blieb es bei einem Fußbad – aber auch sehr angenehm!

 

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Leider habe ich vercheckt, meine Badesachen mitzunehmen – das wurde nur einmal kurz in der Agentur erwähnt… :(. Aber immerhin die Füße haben ein Bad im heilenden Geysirwasser genommen!

 


Mein Fazit

Ein wirklich tolles Erlebnis für jeden, der Genuss daran findet, die Gewalt und Schönheit der Natur zu bestaunen! Die Kälte ist überstehbar; wichtig sind Handschuhe und eine Kopfbedeckung, sowie ein Schal, den man über die Nase ziehen kann.

Spätestens wenn die Sonne aufgeht, beim Frühstück ein heißer Kaffee oder Tee geschlürft wird und sich danach womöglich noch in der Therme getummelt wird – ein wirklich einzigartiges Erlebnis!

Tagestour „Piedras Rojas“

Mein zweiter Tag, beziehungsweise mein erster kompletter Tag in San Pedro beinhaltete eine zwölfstündige Tour zu einigen der bekanntesten und lohnenswertesten Sehenswürdigkeiten der Atacamawüste.

In diesem Post will ich euch einen kleinen Einblick dazu geben. Vorweg kann ich schon sagen, dass ich für diese Tour (sie wird von nahezu allen Anbietern in ähnlicher Form angeboten) eine ganz klare Empfehlung aussprechen kann!

Aber seht selbst:

 


Laguna Miscanti

 

Nachdem wir am Morgen von unserem Guide an den verschiedenen Hostels abgeholt wurden, führt uns unsere erste Station uns zum Miscanti. Das ist einerseits ein Vulkan, der sich über 5600 Meter erhebt, andererseits die gleichnamige Lagune an dessen Fuß. Sie misst ganze 15 km² und ist Heimat etlicher Vögel, sowie einer beachtlichen aquatischen Flora – trotz der Lage in rund 4100 Metern Höhe und den entsprechend kalten Temperaturen in den Nächten.

 

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Der auch die Tage überstehende Schnee zeugt von eisigen Nächten.

 

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Noch vor dem Frühstück erkunden wir die Ufer der Lagune und saugen die Aussicht und die klare, kalte Luft und die Stille, nur vom leisen Geschnatter einiger Enten auf dem See unterbrochen, auf…

 

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Unser Guide lässt uns ein Stück des Weges am Miscanti entlang laufen und sammelt uns später zur Weiterfahrt wieder auf.

 


Laguna Miñiques

 

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Unsere nächste Station führt uns zur kleineren Lagune Miñiques, ebenfalls nach dem anliegenden, etwas kleineren Vulkan Miñiques benannt.

 

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Laguna Miñiques

 


Las Piedras Rojas

 

Las Piedras Rojas, die roten Steine, wird diese Lagune genannt. Ihr richtiger Name ist Salar de Talar, oder aber auch Salar de Aguas Calientes (wovon es aber zahlreiche gibt, was leicht zu Verwechslungen führt).

Wie auch immer man diesen Ort nennt, er verschlägt einem mit Sicherheit einen Moment lang die Sprache. Oder man wagt aus Ehrfurcht vor diesem fantastischen Gemälde, welches die Natur in Jahrtausenden erschaffen hat, nicht zu sprechen.

In türkis, grün, rot, gelb, beige, orange, weiß, schwarz und grau verschmilzt ein atemberaubendes Panorama vor uns.

Wir haben sogar das Glück, dass sich am Rande des nur etwa 20cm tiefen Salzsees einige Vicuñas tummeln…

 

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Entlang der Grenze des weiß-gelben Seeufers die Vicuñas.

 

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Etwa in der Mitte des Bildes, entlang der dunklen Linie, sehr ihr die Vicuñas.

Bis vor Kurzem sei es noch möglich gewesen, nah an den See – oder sogar durch ihn hindurch – zu wandern. Dies ist allerdings aufgrund von Naturschutzmaßnahmen nicht mehr gestattet. Und ich finde es auch vollkommen gerechtfertigt; denn so haben unsere Kinder vielleicht auch noch eine Chance, dieses Gemälde zu bestaunen!

 


Laguna Chaxa

 

Weiter geht es zur Laguna Chaxa. Auch diese Lagune war ehemals ein riesiger See, welcher durch seine teilweise Versiedung viel Salzwüste zurück gelassen hat. Einige kleine Bäche und Teiche sind allerdings geblieben. Und diese beherbergen eine größtenteils nicht sichtbare, aber enorme Artenvielfalt von Mikroorganismen, welche an die extremen Bedinugngen hier angepasst sind.

Zur sichtbaren Artenvielfalt gehören zahlreiche Vögel. Zum einen solche, welche von Canada und Alaska kommen und überwintern, andererseits auch stationär lebende Vögel, wie drei verschiedene Arten von Flamingos!

 

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Ojo del Salar

 

El Ojo del Salar, das Auge der Salzwüste…

Ja, inmitten vom grau-weiß schimmernden Salz der Wüste befindet sich ein Loch im Boden. Ich schätze mal, es sind vielleicht 15 Meter im Durchmesser. 8 Meter soll es tief sein. Kaum Vegetation. 15 Grad Celsius und ein leichter Salzgehalt – ähnlich dem Ozean.

Dazu kommt die türkisgrüne und blaue Farbe, in der es in der kargen Einöde rings herum leuchtet.

Natürlich lassen wir uns diese Erfrischung nicht entgehen!!

 

 

Tatsächlich ist dies nicht das einzige „Ojo“, welches in dieser Gegend existiert. Wohl aber das Größte und damit auch zum Baden mit am besten geeignet.

 


 

Nach der Erfrischung ziehen wir uns in Schichten (erst Frauen, dann Männer) im Van um, um dann den Rückweg nach San Pedro anzutreten. Ein langer Tag geht damit zu Ende und ich vermute, dass wir alle seeeehr gut geschlafen haben! 😉